Mehr 8.000 Geiselnahmen jährlich werden schätzungsweise weltweit durchgeführt, wobei die Zahlen kaum korrekt dargestellt werden können, da viele Geiselnahmen nicht angezeigt werden. In manchen Ländern ist Kidnapping schon derart zum Alltag geworden, dass es kaum noch einen Bericht wert ist. 


Ca. 6.500 Kidnaps werden allein in den lateinamerikanischen Ländern und in der Karibik verübt. Dabei sind durchaus nicht allein ferne und exotische Länder benannt. Viele der Geiselnahmen sind sogenannte „Rapid-Kidnaps“, die nur wenige Stunden dauern und drauf abzielen, kurz und schnell Geld von den Angehörigen zu erpressen.


Die durchschnittliche Dauer einer langfristigen Geiselnahme z.B. in Südamerika beträgt 80 Tage. 80 Tage Ungewissheit für die Familie, Angehörige und letztendlich auch für die Firma. Alle diese Fälle haben folgende Merkmale gemeinsam: Weder die entsendenden Firmen noch die Reisenden selbst hatten sich Gedanken darüber gemacht, dass sie in dem Zielgebiet besonderen Risiken ausgesetzt sind. Sie haben allenfalls davon gehört, das Szenario aber nicht auf sich selbst bezogen.

 

In den betroffenen Familien hat man sich mit diesem Thema einer möglichen Bedrohung nur unzureichend oder gar nicht auseinandergesetzt.

 

Weder die entsendenden Firmen noch die Reisenden selbst waren auf die Ereignisse in irgendeiner Weise vorbereitet.

 

Es gab keine vorbeugenden Gespräche und Maßnahmen oder gar ein mögliches Training.

 

Mangels gezielter Informationsgewinnung lag keine Einschätzung der Lage vor Ort und der möglichen zukünftigen Entwicklung vor.

 

Es gab keine Kommunikationswege, auf die im Krisenfall hätte zurückgegriffen werden können.

Besonders heftig sind solche Geiselnahmen, bei denen politische oder auch vermeintlich religiöse Forderungen an Regierungen gestellt werden, denen in keinem Fall nachgegeben werden kann.

 

Den betroffenen Familien fehlt nachvollziehbar jedes Verständnis für die harte Haltung einer Regierung und die damit manchmal fatalen verbundenen Folgen für die Geiseln.

 

Viele Unternehmen unterhalten an politisch instabilen Orten der Welt Geschäftsaktivitäten. Die Lageberichte erhalten die Unternehmen meist von den örtlichen Vertretern oder aus dem Auswärtigen Amt. Die örtlichen Vertreter argumentieren in der Regel damit, dass sie seit Jahren im Land sind, dieses gut kennen und im Krisenfall über die notwendigen persönlichen Verbindungen verfügen, um das Land unbeschadet verlassen zu können.

In Familien wird oft argumentiert, dass man sich nicht in ein Gefängnis einsperren lassen wolle, und so bekannt sei man ja nun schließlich auch nicht.

 

Dabei gibt es gute Möglichkeiten physikalischer, organisatorischer und baulicher Art, Angriffen dieser Art vorbeugend zu begegnen, auch ohne dass die Betroffenen das Gefühl haben müssen, in einem Gefängnis zu leben. Vorbeugende Maßnahmen mindern den Effekt, den ein solcher Eingriff in das Leben der Betroffenen hat.

Nebenbei schützen technische, personelle und organisatorische Maßnahmen auch vor profanen Überfällen zu Hause, die einen nachhaltigen Eindruck auf die Betroffenen machen.

 

Mehrfach hatten wir Gelegenheit, solche Fälle auch in der Bundesrepublik abzuarbeiten.

Im Falle eines Kidnaps rettet eine zeitnahe Einrichtung eines geeigneten Krisenstabes und Krisenmanagements Leben und erhöht die Chance, die Geisel lebend wieder zu bekommen.


Eine in den letzten Jahren sich mehrende Sonderform der Geiselnahme ist die Piraterie. Entgegen den allfälligen Presseberichten gibt es gute Möglichkeiten, Schiff, Besatzung und ggf. auch Gäste unbeschadet durch die betroffenen Gebiete zu bringen.


Dazu halten wir Kontakte zu erstklassigen und erprobten Spezialisten, welche bereits mehrfach in den verschiedenen Gebieten der Welt solche Aufgaben erfolgreich übernommen haben. 


Wegen der notwendigen Diskretion dieses Themas möchten wir Ausführungen dazu nur persönlich machen.

Kidnap und Piraterie

gallery/95d7ed7f52ed083bc523cd228ab7f97a